Marcel Sauder

Fachbereich Geschichte
Marcel Sauder (Jahrgang 1965) interessiert sich schon von klein auf für Kampfsport. Mit 13 Jahren will er aktiv werden. Er informiert sich über Judo, Karate, Shaolin Kung Fu und gelangt zum Yong Chun, dem er bis heute treu geblieben ist. Die Direktheit, Klarheit und Effizienz dieses Stiles faszinieren ihn. Marcel möchte mehr über Yong Chun erfahren und so ergreift er nach der Berufslehre die Chance und reist nach Taiwan um direkt an der Quelle, von Meister Lo Man Kam zu lernen.
Nach ein paar Jahren kehrt er in die Schweiz zurück, der Anschluss an lokale Kampfkunstschulen gelingt nicht. Und so bildet er eine kleine Trainingsgruppe, um wenigstens jede Woche trainieren zu können. In der Folge reist er jedes Jahr für mehrere Wochen nach Taiwan, wo er seine Fähigkeiten vertieft und von wo er neues Wissen mit nach Hause nehmen darf. In dieser Zeit lernt Marcel Sauder auch Chinesisch (Mandarin), was ihm einen ganz anderen und viel direkteren Zugang zum Kung Fu und der chinesischen Kultur und Mentalität verschafft.
Er beginnt sich immer mehr für die Geschichte und Entwicklung des Yong Chun zu interessieren. Er fragt nicht nur seine Meister sondern hört auch den Ausführungen vieler berühmter Kung Fu Meister zu, die er im Laufe der Zeit auf Reisen nach Taiwan, Hong Kong, China, Singapur, Malaysia, Japan und Thailand kennen lernt. Eifrig macht er sich Notizen, um das Wissen zu sammeln.
Die Eindrücke beginnen sich wie ein Puzzle zusammenzufügen. Durch Diskussionen mit Sinologen, deren Spezialgebiet die chinesische Geschichte ist, ist es Sauder möglich, wahrscheinliches von unwahrscheinlichem zu trennen. Im Jahre 2005 lernt er auf Taiwan Meister He Shanfa kennen, dessen alte Büchern und Erzählungen über das Yong Chun bringen noch mehr Klarheit. So entwickelte sich eine recht umfassende Entstehungsgeschichte des heutigen Yong Chun.
Seit 1999 führt Marcel Sauder die WU LIN Kampfkunstschule in Frauenfeld. Hier freut er sich, sein Wissen, seine Erfahrung und sein Verständnis für beide Kulturen an seine Schüler weiterzugeben.
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